Am 3. September 1862 hatte der Messinggießer, Peter Hilge, im Haus Nr. 4 der Strickergasse in der Mainzer Altstadt, eine ehemalige Waschküche in eine Gießerei verwandelt. Hier entstanden zuerst Hähne, Armaturen und Gewindestutzen für die bodenständigen Winzerbetriebe. Schon 1865 konstruierte Meister Hilge die erste Weinpumpe der Welt, die Rheinische Cirkularpumpe. Diese Pumpe war für die Zwecke der Weinindustrie mit Vor- und Rückwärtsgang zum Leerpumpen der Schläuche ausgerüstet. Die erste Weinpumpe war auch die erste Getränkepumpe der Welt und so war es nur folgerichtig, daß aus der Werkstatt in der Mainzer Strickergasse im Jahre 1875 einer der ersten Bierdruckregler seinen Weg in die Welt nahm. Der erste Hand-Bierdruckregler, den Peter Hilge später mit Luftdruckkessel und Luftkompressor versah, war eigentlich noch ein richtiger Druckregler für das Bier, der die Bierförderung und die Druckregelung im wahrsten Sinne des Wortes bewirkte.
Man schrieb das Jahr 1924, als die Firma HILGE dann einen der ersten Zentrifugal-Bierdruckregler herausbrachte und die stoßweise arbeitende Verdrängerpumpe durch die weitgehend pulsationsfrei arbeitende Kreiselpumpe ablöste. Vom ersten von 0 - 100 % regelbaren Bierdruckregler der Universa-Baureihe aus dem Jahre 1951, bis zur heutigen Edelstahlkreiselpumpe mit integriertem Frequenzumformer, die dezentral mit Feldbussysteme zum kommunikativen Stellglied in der Gesamtanlage wird, liegen keine 50 Jahre.
Die unkonventionelle Walzstahlpumpe der HYGIA-Baureihe aus dem Jahre 1962 war ein Meilenstein in der Entwicklung tiefgezogener Pumpen aus Cr-Ni-Mo Walzstahl, eine Philosophie, die auch heute noch Nachbauer aus aller Welt ermuntert. Eine Philosophie, die heute von HILGE durch Verwendung von starkwandigem Walzmaterial und Roboterschweißungen perfektioniert wurde. HILGE beschäftigt sich heute mehr denn je mit der Thematik Leistungselektronik und drehzahlvariabler Pumpenantrieb. Pioniergeist und Wagnis waren für HILGE immer eine treibende Kraft und die Pumpen aus Mainz waren seit den 50er Jahren die Brauereinormpumpen schlechthin. Walzstahlpumpen finden heute nicht nur in den Brauereien, Molkereien und in der Lebensmitteltechnik Verwendung, sondern auch in industriellen Marktsegmenten der Oberflächentechnik, Textilindustrie und speziellen Aufbereitungsverfahren der Umwelttechnik. Vor allem im sensiblen Feld der pharmazeutischen Industrie und Biochemie spielt neben dem konstruktiven Element die produktberührte, hochkorrosionsfeste und vor allem porenfreie Oberfläche des verwendeten Edelstahles die alles entscheidende Rolle. Anforderungsprofile für innovative Industrien zu erfüllen und Marktnischen zu besetzen, die hohe Qualitätsstandards erfordern, waren für HILGE immer ein "Muß".
Das resultiert letztlich auch unser Unternehmensleitbild: Mit hochwertigen Produkten und verfahrenstechnischer Kompetenz wollen wir die Wettbewerbsvorteile und die Zufriedenheit unserer Kunden dauerhaft steigern.